Andacht von Pfarrer Martin Gräßer

 

 
 

Was ist r(R)echt?

Wenn wir jetzt im Herbst den Garten abernten und die vergehenden Pflanzen abschneiden, ist es Recht, wenn wir da die geknickten Anbindestäbe wegwerfen? Wenn sie einmal geknickt sind, dann haben sie ja keine richtige Stabilität mehr. Also weg damit! Ist das Recht?

Oder wenn wir eine Kerze anzünden, und der Docht glüht nur noch, bringt aber keine Flamme mehr – ist es Recht, dass wir dann die Kerze löschen und sie wegwerfen?

In unserem Alltag ist das Recht. So sehen wir es jedenfalls.

Und manchmal übertragen wir das auch auf uns Menschen. Menschen, die nicht mehr richtig vorwärts können, die alt oder behindert sind, was soll mit ihnen werden?

 

Gott gibt uns da eine wichtige Hilfe zur Orientierung:

Er weist auf eine besonderen Menschen hin, der nach Gottes Willen handelt: Jesaja 42,3: „Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. In Treue trägt er das Recht hinaus.“

Gott mustert uns Menschen nicht einfach aus, wenn wir versagen, oder für Gott nichts bringen. Mit Jesus hat Gott gezeigt, dass er sich gerade um die „Geknickten“ Menschen kümmert, die von Krankheiten entstellt oder durch Schuld in Unfrieden leben.

Gott kommt auch mit den „geknickten“ Menschen zurecht.

Das ist Gottes gute Botschaft an uns alle.

Jesus bringt das auf den Punkt, wenn er sagt: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken!“

 

Unsere Gemeinden im Ort laden ganz herzlich ein, Jesus als den Erquicker zu erleben, der die geknickten Menschen nicht einfach ausmustert, sondern heil macht, zu einem sinnvollen und getrosten Leben mit IHM.

Herzliche Grüße,

Ihr Pfarrer Martin Gräßer