Ev.-Luth Kirchgemeinde Bad Schlema - Wildbach

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- Pfarrer Gräßer – Der Kirchenvorstand unserer Kirchgemeinde -
Bad Schlema, den 16.05.2020
Wochenbrief 10 zum 5. Sonntag nach Ostern: „Rogate“ ( = betet!)

Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Schwestern und Brüder,

am Sonntag „Rogate“ geht es natürlich ums „b e t e n“.

Viele beten oft und gern und pflegen auf diese Weise den täglichen Umgang mit Gott. Andere haben ein Problem mit dem Gebet, weil Gott vielleicht nicht so auf die Gebete geantwortet hat, wie sie es erwartet haben.
Deshalb ist für uns alle interessant, was Jesus ausdrücklich zum Beten sagt:

Mt 6,5-15: 5 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, um sich vor den Leuten zu zeigen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt.
6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.
7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen.
8 Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.
9 Darum sollt ihr so beten:
Unser Vater im Himmel!
Dein Name werde geheiligt.
10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
11 Unser tägliches Brot gib uns heute.
12 Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. [Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.]
14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben.
15 Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

Leider ist es so, dass die Menschen damals, genauso, wie wir heute, beim Beten immer wieder den einen großen Fehler machen: dass es nur um uns geht.

So war es damals. Eigentlich haben die frommen Juden eine Nische zwischen den Häusern genutzt, um zu beten, weil sie dort dafür Ruhe und Konzentration fanden. Doch sogleich empfanden sie sich auch als bewundernswert, weil sie sich so fromm verhielten. Vielleicht hat jemand sie darauf angesprochen: „ich habe gesehen, wie du gebetet hast“ und schon war das gute Gefühl da: du hast richtig gehandelt. Aber das ist nicht der Sinn vom Gebet.

1. Jesus weist auf den Sinn hin: V.6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.

Es geht beim Beten um den „Vater im Himmel = dein Vater“! Es geht um die Beziehung zu IHM .

 

2. Es kommt beim Beten nicht auf die richtigen Gebete, oder richtige Formulierungen oder darauf an, ob ich den für die angesprochene Not richtigen Gott anspreche. Das war damals ein großes Problem, weil es für jede Lebenslage eine Gottheit gab, die zuständig war. Und es kam damals auch auf die nach menschlichen Gedanken richtigen Formulierungen an oder auf zahlreiche Wiederholungen eines Gebetes. (Beschwörungsformeln)

Jesus weist auf den himmlischen Vater hin. Er ist für ALLES zuständig. Für alle Menschen , für alle Lebenslagen , für alle Situationen , in denen wir Menschen seine Hilfe brauchen. (Sogar für die Lebenslagen, wo wir ihn gar nicht zu brauchen meinen, wie Sünde, zum Beispiel.) Denn Gott ist ja der Schöpfer und Erhalter von uns Menschen und der ganzen Welt. ER ist für ALLES zuständig . Was für eine Entlastung!

3. Es geht Jesus um den „Vater“ im Himmel. So beginnt Jesus seine Gebetsschule.

Damit nimmt Jesus die Menschen damals und uns hinein in seine eigene Beziehung zu Gott. ER selbst lebte in der lebendigen Beziehung mit seinem himmlischen Vater. Immer wieder zog er sich zurück, um alles mit seinem Vater zu besprechen. Er war eben ganz vertraut mit seinem Vater.

Und diese vertraute Beziehung öffnet er nun für alle Menschen. Alle dürfen, wie er, „Vater“ zu Gott sagen.

Das war in der damaligen Zeit etwas ganz Besonderes und ist es heute auch noch. Damals sprachen die Juden den Namen Gottes gar nicht aus, aus lauter Ehrfurcht, den Namen Gottes zu missbrauchen. Wie wunderbar ist es deshalb, dass Jesus die Vaterbeziehung für alle Menschen öffnet. So persönlich dürfen wir mit Gott sein.

Dabei ist mit „Vater“ nicht die Männlichkeit gemeint, sondern die Beziehung des Schöpfers und des Versorgers zu seinen geliebten Kindern. Nicht jeder hat eine gute menschliche Vaterbeziehung erlebt. Deshalb erzählt Jesus von seinem himmlischen Vater mit der Beispielgeschichte vom Vater und den beiden Söhnen. So wie der Vater dort, so, ist unser himmlischer Vater, mit dem wir leben dürfen (vgl.: Lukas 15,11-32):

ER klammert nicht – hält den Sohn nicht klein, sondern lässt ihn gehen.
ER jammert nicht – dass der Sohn gegangen ist, obwohl es ihm das Herz zerreißt
ER wartet voll Sehnsucht , ob der Sohn wiederkommt Als er kommt, macht ER ihm keine Vorwürfe , sondern vergibt
ER lebt es dass alles wieder gut ist , so wie er gesagt hat, und feiert ein Fest
ER ist nicht bitter über die Vorwürfe, die ihm sein älterer Sohn macht
ER ist einfach wunderbar!!!

An IHN dürfen wir uns wenden, wenn wir beten, so wie wir sind und in unserer Situation. Er ist auch heute noch derselbe.

(Fortsetzung folgt)

Seit 10. Mai dürfen wieder Gottesdienste in unseren Kirchen sein. Aus Hygienegründen sind Mindestabstande untereinander einzuhalten, beim Singen ist eine Maske zu tragen und die Emporen bleiben geschlossen.

! Bitte Schutzmaske selbst mitbringen!

Ihr Pfarrer Martin Gräßer  
Ihre KV Mitglieder

 

     

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