Ev.-Luth Kirchgemeinde Hartenstein, Thierfeld und Bad Schlema - Wildbach
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Hartenstein und Bad Schlema, den 03.07.2020
Wochenbrief 17
4. Sonntag nach Trinitatis 2020

Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Schwestern und Brüder,

am vergangenen Sonntag war zum ersten Mal wieder der Posaunenchor in der Kirche in Hartenstein aktiv. Im Corona-Abstand saßen die Musiker im Altarraum. Es war nur ein Teil des Chores, denn für alle hätte der Platz mit Abstand nicht gereicht. Sie kommen dann am 12.7. zum Einsatz, wenn der Posaunenchor wieder spielt. Die festlichen Posaunenklänge erfreuen das Herz und laden zur Anbetung ein. Wir freuen uns schon auf das nächste Mal.

Auf Besuche verzichte ich von meiner Seite aus noch. Wenn sie aber gewünscht werden, bin ich gern bereit dazu. Seelsorge-Besuche waren und sind erlaubt. Bitte geben Sie mir bei Bedarf gern Bescheid.

Am Sonntag, dem 5. Juli, geht es um das Thema, wie wir mit Menschen umgehen, die uns das Leben schwer machen .

In Römer 12,17-21 schreibt Paulus dazu:
17 Vergeltet niemandem Böses mit Bösem. Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann.
18 Ist's möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden.
19 Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben (5. Mose 32,35): »Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.«
20 Vielmehr, »wenn deinen Feind hungert, so gib ihm zu essen; dürstet ihn, so gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln« (Sprüche 25,21-22).
21 Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.

„Wie soll das denn gehen?“ So fragen sich sicher Viele von uns. „Woher soll ich das Gute nehmen, wenn mir Böses widerfährt?“ „So viel Gutes trage ich nicht in mir.“ Paulus spricht im Römerbrief ja zu Christen, die Jesus ihr Leben anvertraut haben.

Das heißt: den Christen damals genauso, wie uns heute, hat Jesus das Böse nicht angerechnet, sondern vergeben, oft auch wenn wir Christen ihn nicht einmal darum bitten. So hat es Petrus erfahren, im Garten Getsemani. Als Jesus gebetet hat, hat er geschlafen. Jesus trägt es ihm nicht nach. Er macht es ihm nur bewusst: „könnt ihr nicht eine Stunde mit mir wachen?“ Oder als Jesus am Kreuz verspottet wird, bittet er: „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“

Wie oft ziehen auch wir heute Jesus in den Dreck, weil wir uns als Christen ganz unchristlich verhalten – und Jesus ist zur Vergebung bereit. In Röm 5,8 schreibt Paulus dazu: „Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass er für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“

Jesus bringt die göttliche Liebe hinein in den Teufelskreis dieser Welt. Und er durchbricht ihn damit. Ob wir etwas davon mit unserem Leben widerspiegeln können, in unserer Umgebung?

Nicht wahr, die normalen Reaktionen sind bei uns klar:
Wenn wir auf irgendeine Weise angegriffen werden, dann ist unsere erste Reaktion: „Wie kann ich mich verteidigen?“ Ich warte auf eine günstige Gelegenheit,

 

die Bosheit zurückzugeben. Ich gebe nicht nach, selbst wenn dabei die Beziehung in die Brüche geht und der tägliche Kleinkrieg unerträglich wird. Trotzdem bleibt jeder in seinem Graben sitzen.

Doch so wird kein Konflikt gelöst. Das Gegenteil tritt ein: es schaukelt sich hoch. Die Spirale der Gewalt beginnt sich zu drehen. Das Böse, - die bösen Gedanken und Worte bekommen Kinder. Und, was besonders dramatisch ist: wenn man das Böse auf dieselbe Weise zurückgibt, macht man sich selbst zu einem Teil des Bösen, auch wenn man nur auf etwas Böses reagiert. Wie oft passiert es uns so, obwohl wir die Aufforderung aus dem Predigttext nur allzugut kennen: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Guten!“

Wir aus uns selbst haben nicht die Kraft, in die Spirale der Gewalt nicht Böses, sondern Gutes einzubringen. Wie können wir die Liebe von Jesus zu uns in unserem Alltag widerspiegeln? Wir können doch nicht einfach das Gute aus uns herauspressen.

Das Gute kommt allein von Gott. Wo ER ist, da ist Liebe, da ist Friede, da ist Licht. Gott allein hat die Macht, wirksam den Teufelskreis mit Gutem zu durchbrechen. Mit Jesu Kreuz und Auferstehung hat er das getan.

Dass wir IHN in die einzelnen Situationen hineinlassen, ich denke, darum geht es.

Ein Pfr. schreibt dazu: „als ich einem Kollegen einmal eine schwierige Situation in der Gemeinde geschildert habe, sagte er mir: „Mach einen Abendspaziergang und stelle dich in die Nähe des Hauses und sprich ein Gebet für diesen Menschen, der dir Probleme bereitet. Ein weiser Ratschlag! Vor Gott gebracht, fühlen sich die Auseinandersetzungen anders an; sie erscheinen in einem anderen Licht.“

Oder: Im Erbstreit auf etwas zu verzichten, das einem zusteht, damit nicht die ganze Familie im Streit zerfällt. Ich kann es nur, wenn ich da Gott hineinlasse mit seinem Wort: „Sorgt nicht um euer Leben, … Euer himmlischer Vater weiß dass ihr all dessen bedürft!“(Mt 6, 25+32). Das heißt, ich muss nicht ängstlich für alles selbst sorgen.

Und wenn wir Gott hineinlassen in unsere Situationen, dann dürfen wir wissen, dass Gott das Böse nicht einfach durchgehen lässt. Das ist die andere Seite, die auch zu Gott gehört. „Gebt Raum dem Zorn Gottes“, so rät Paulus den Christen und uns. Wir haben oft nur den „lieben Gott“ im Blick. Wir meinen, wir müssten für eine gerechte Vergeltung für das Böse selber sorgen. Nein. Gott tut das schon, wenn wir ihm den Raum dazu lassen.

Auf diese Weise nehmen wir Gott mit SEINEM GUTEN und mit SEINER GERECHTIGKEIT in unser Leben hinein, damit sich wirklich Gerechtigkeit und Versöhnung ausbreiten können.

Als Bote Gottes bin ich gefragt, in der Nachfolge Jesu, meinem Gegner sogar mit Essen und Trinken zu helfen. Wer damit die grundlegenden menschlichen Bedürfnisse des Gegners erfüllt, sammelt „glühende Kohlen auf sein Haupt“. Glühende Kohlen wurden damals in einem Gefäß auf dem Kopf von einer Feuerstelle zur anderen getragen. Dabei wurde es dem Träger heiß und er lief schnell. Deshalb könnte mit dem Bild gemeint sein, dass es dem Gegner durch die guten Taten in seinem Gewissen heiß wird, und er von seinem Bösen Weg umkehrt.

Wir merken: als Christen müssen wir nicht einfach alles Böse in uns hineinfressen und in uns unter Kontrolle halten. Im Vertrauen auf Jesus können wir aktiv und zum Guten hin mit dem Bösen umgehen, weil Jesus den Bösen und damit das Böse besiegt hat.

Herzliche Grüße und Gott befohlen,
Ihr/Euer Pfarrer Martin Gräßer

 

 

     

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